Wie viel Sport in der Schwangerschaft ist ratsam?

Sport in der Schwangerschaft 

Sport in der Schwangerschaft wird oft als Tabuthema deklariert, weil viele davon ausgehen, es könnte dem Baby schaden. Bewegung während der Schwangerschaft bringt jedoch einige Vorteile mit sich und kann sogar zu einer erleichterten Geburt beitragen. 

 

Wir wollen euch deshalb erklären, welchen Sport ihr in der Schwangerschaft machen könnt, ohne die Entwicklung eures Kindes negativ zu beeinflussen. Zusätzlich geben wir euch Tipps, welche Sportarten lieber vermieden werden sollten und worauf ihr achten müsst. 

Was sind die Vorteile vom Sport in der Schwangerschaft? 

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien zum Thema sportliche Betätigung für Schwangere und deren Vorteile. Karl Oliver Kagan und Ulrich Kuhn haben in ihrer Analyse bestätigt, dass sich moderate Bewegung positiv auf den Schwangerschaftsverlauf auswirkt. Durch Sport können typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen gelindert werden und die Funktionsweise von Herz und Lunge wird optimiert. 

 

Des Weiteren wurde gezeigt, dass Schwangere, die sich nicht regelmäßig bewegen, häufiger unter Durchblutungsstörungen leiden und der Kreislauf anfälliger gegenüber Veränderungen ist. Zusätzlich trägt Sport dazu bei, dass der Blutdruck gesenkt wird und die Gefahr, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, wird reduziert. Auch eine Stärkung der Rücken- und Beckenmuskulatur macht durchaus Sinn, denn dadurch kann die Entbindung vereinfacht werden. 

Was für Sport ist während der Schwangerschaft erlaubt? 

In der Schwangerschaft sollte man es nicht übertreiben mit der sportlichen Betätigung und auf moderate Aktivitäten zurückgreifen. Wenn ihr euch unsicher seid, welche Art von Sport erlaubt ist und in welchem Maße, könnt ihr dies vorher mit eurem Frauenarzt absprechen. Zu den geeigneten sportlichen Aktivitäten während der Schwangerschaft gehören unter anderem: 

 

  • Regelmäßiges Stretching und Gymnastik
  • Bewegungen im Wasser 
  • Bewegungen für eine bessere Ausdauer

Sport in der Schwangerschaft 1. Trimester: Regelmäßiges Stretching und Gymnastik 

Schwangere leiden oft unter Verspannungen und Schmerzen im Rückenbereich. Ein paar tägliche Übungen verbessern die Flexibilität und stärken die Muskeln. Achtet darauf, dass ihr ruckartige Dehnungen auf jeden Fall vermeidet, da die Gelenke bereits durch die Schwangerschaft geschwächt sind und nicht überstrapaziert werden sollten. Langsame Übungen zur Stärkung der Mobilität eignen sich weitaus besser und schaden den Gelenken nicht. Optimal sind auch Onlinekurse für schwangere der perfekte Sport für Zuhause da du direkt von Zuhause aus trainieren kannst dazu schau dir diesen Artikel etwas näher an.

Gymnastik- und Fitness-Kurse können bis ins dritte Trimester besucht werden, hier gilt jedoch das gleiche wie für die Dehnungsübungen: Schwierige Bewegungen wie Sprünge, Drehungen und High-Impact-Aktivitäten sollten ausgelassen werden. Yoga kann ebenfalls mit geringem Schwierigkeitsgrad weiterhin ausgeübt werden. Bei Schwangeren, die noch nie Yoga ausprobiert haben, ist ein spezieller Kurs für Schwangere empfehlenswert. 

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Sport im ersten Trimester: Bewegungen im Wasser 

Sport im Wasser eignet sich perfekt für Schwangere, denn für einen Moment können die werdenden Mütter das zusätzliche Gewicht vergessen und sich schwerelos im Wasser bewegen. Im Wasser sind keine schnellen Bewegungen möglich, weswegen ihr nicht unbedingt einen Trainer für die Einheiten braucht. 

 

Bewegungen im Wasser eignen sich auch ideal, um Wassereinlagerungen in den Gelenken und Füßen zu mindern. Brustschwimmen ist im ersten Trimester kein Problem, kann aber im dritten unangenehm werden, wenn die Halswirbel zu überdehnt sind. Hier eignen sich Rückenschwimmen und Kraulen besser. 

Sport im ersten Trimester: Ausdauerübungen

Laufen oder Fahrradfahren an der frischen Luft sind gute Aktivitäten, um etwas Bewegung zu bekommen. Achtet hier jedoch genau auf die Signale eures Körpers: Sollten euch bestimmte Ausdauerübungen wie zum Beispiel Laufen ab einem gewissen Punkt Schmerzen bereiten, solltet ihr damit aufhören. Der Aufprall wird beim Laufen mit der Zeit immer größer, da das Gewicht kontinuierlich zunimmt und die Muskeln schwächer werden. In diesem Fall könnt ihr lieber auf Bewegungen im Wasser ausweichen. 

Darf man weiterhin ins Fitnessstudio gehen?

Wer auch während der Schwangerschaft weiterhin ins Fitnessstudio gehen möchte, kann dies durchaus tun. Allerdings gilt auch hier: Die Intensität sollte nach unten geschraubt werden und sobald der Körper mit Unwohlsein auf die Übungen reagiert, sollten diese abgebrochen werden. Ergometer eignen sich als Gerät sehr gut, da sie als risikofrei gelten. 

Welcher Sport ist tabu in der Schwangerschaft

Zu den Tabu-Sportarten zählen alle Aktivitäten, bei denen oft Verletzungen vorkommen. So zum Beispiel Extremsport, Wettkämpfe, Teamsportarten und sportliche Bewegungen, in denen man stürzen kann. In der Schwangerschaft ist nicht nur das Bindegewebe beeinträchtigt, sondern auch Koordination und Wahrnehmung. Der Körper funktioniert nicht mehr genauso wie vor der Schwangerschaft und es kann leichter zu Unfällen kommen. 

Führt Sport in der Schwangerschaft zu Fehlgeburten? 

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden, denn es kommt immer auf die Sportart, Dauer und Intensität an. Intensives Joggen und Ballsportarten in den ersten Schwangerschaftswochen können potenziell das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen, da die Gefahr von Stößen höher ist. Allerdings gibt es keine aufschlussreichen Studien, die diesen Sachverhalt bestätigen. Übertreiben sollte man es während der Schwangerschaft auf jeden Fall nicht. 

Fazit 

Sport in der Schwangerschaft bringt einige Vorteile mit sich, da es die Entbindung vereinfachen kann und Schmerzen zum Beispiel im Rücken oder den Gelenken vorbeugt. Intensiver Sport und Ballsportarten sollten allerdings vermieden werden, da hier das Unfallrisiko zu hoch ist. Schwimmen und Bewegung im Wasser sind die besten Aktivitäten für Schwangere, die auch noch bis kurz vor der Entbindung ausgeübt werden können. 

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